Bank

Hier geht es zum fünften Teil der Reihe.

Zur Bank machte ich mich mit einer Aufstellung meiner Schulden auf. Diese hatte ich in vier Punkten zusammengefasst, angefangen bei den dringlichst zu begleichenden Schulden bis hin zu allen Ausständen, die ich hatte. Um alle Gläubiger von der Liste streichen zu können braucht ich ganz dringend das, was ich überhaupt nicht hatte: Geld. Ich hatte zwar mein Monatseinkommen, aber keinerlei Ersparnisse. Somit konnte ich meine Schulden nicht schnell und einfach tilgen. Ich hätte sicher mit jedem einzelnen Gläubigen Ratenzahlung vereinbaren können, aber das wäre teuer und fast genauso chaotisch wie der Schuldenstapel. Damit musste aber sofort Schluss sein, denn meine Gemütsverfassung hätte sich dadurch nicht sonderlich verbessert, ich hätte mich nicht frei gefühlt.

Ich schilderte meinem Bankberater genau die Situation, ehrlich und offen. Das war wichtig, ansonsten hätte er mir nicht so helfen können, wie er es getan hat. Ich brauchte einen Kredit bei der Bank, in dem möglichst alle Schulden zusammengefasst wären. Sollte dies nicht für die Gesamtsumme möglich sein, Schlug ich ihm drei Teilbeträge vor, von dem jeder einzelne mir schon weiterhelfen würde, den Rest müsste ich dann mit den Gläubigern alleine ausmachen.

Das erste, was mein Bankberater mich fragte, lies mich stutzen: er fragte, warum ich mich so herausgeputzt hätte. Das verwunderte mich, schließlich war mir dieser Termin sehr wichtig und ich hatte gelernt, man kleidet sich dem Anlass entsprechend, also mit Hemd und Jacket, dazu allerdings „nur“ eine saubere, ordentliche Jeans. An diesem Tag lernte ich, das ein Banker lieber einem Menschen einen Kredit gewährt, der danach aussieht, als würde er viel arbeiten. Ich muss dazu sagen, das mein Bankberater natürlich meine Arbeitsstelle und  meinen Chef kannte. Bei einem erneuten Termin könnte ich ruhig in Arbeitskluft auftauchen, das wäre sehr positiv. Als zweites erklärte er mir, wie Inkassounternehmen ihr Geld verdienen: diese kaufen ausstehende Forderungen von Unternehmen ab, ich glaube, er sagte zur Hälfte des Wertes der Forderung. Die Mahn- und Arbeitsgebühren, die Inkassounternehmen aufschlagen, wären Positionen, die sie kaum etwas kosten würden. Ich sollte bei diesen Anrufen und nachfragen, wie viel Geld diese wirklich von mir haben wollten.  Als Ausgangsbasis könnte ich dreiviertel der Ursprünglichen Forderung nehmen und dem Inkassounternehmen anbieten, diese Summe sofort auf einen Schlag bezahlen zu können, sofern damit alle ausstehenden Forderungen beglichen seien. Das würde mir einiges an Geld sparen. Außerdem sollte ich diese Zahhlung nicht über mein Konto laufen lassen, solch ein „Eintrag in meinem finanziellem Führungszeugnis“ wäre nicht gut für zukünftige Gespräche mit der Bank.

Nach einigen Bestätigungen meinerseits, das ich jede einzelne Rate des Kredites pünktlich zurückzahlen würde, glücklicherweise hatte ich das bei meinem Autokredit immer getan, einer Rückfrage bei seinem Vorgesetztem, und meiner Versicherung, das meine neue Lebensgefährtin mich in den Lebenshaltungskosten unterstützen würde, bekam ich die ganze Summe als Kredit gewährt.

Hier findest Du den letzten, abschließenden Teil der Serie.

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